„Praxis as a Service“ – mit diesem Ansatz wollen Julia Trulley, Co-Founder & Managing Director, und Dr. med. Dr. rer. biol. hum. Alexander El Gammal, Co-Founder & Chief Medical Officer, den Gesundheitssektor in Deutschland nachhaltig verändern. Ihre Vision: Arbeitsorte schaffen, an denen Ärztinnen und Ärzte sich voll und ganz auf Medizin konzentrieren können, statt sich im Dickicht aus Verwaltung und Bürokratie zu verlieren.

Um diese ambitionierte Idee umzusetzen, gründeten die beiden Bright Medicus.

„Hausärzte sind das Fundament einer funktionierenden Gesundheitsversorgung“, erklärt Alexander. Mit mehr als 17 Jahren Erfahrung, unter anderem als Facharzt für Allgemeinmedizin mit einem eigenen hausärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Bielefeld und als Facharzt für Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) kennt er die Herausforderungen des Systems aus erster Hand.

Den Hausärztemangel in Deutschland bekämpfen

Gemeinsam mit Julia verfolgt er ein klares Ziel: den Hausärztemangel in Deutschland zu bekämpfen. Dabei liegt die Ursache aus ihrer Sicht nicht, wie häufig angenommen, in einem generellen Mangel an Ärztinnen und Ärzten. „Historisch gesehen gab es noch nie so viele Mediziner wie heute“, so Alexander.

Warum sind dennoch rund zehn Millionen Patientinnen und Patienten unterversorgt?

Die Gründe sind vielschichtig: Während es in der Hausarztmedizin zahlreiche unbesetzte Stellen gibt, herrscht in anderen Fachrichtungen teilweise ein Überangebot. Gleichzeitig schrecken viele junge Medizinerinnen und Mediziner vor den administrativen und finanziellen Hürden zurück, die mit der Gründung oder Übernahme einer eigenen Praxis einhergehen.

Denn bevor beispielsweise Fachärzte für Innere Medizin überhaupt als Hausärztinnen oder Hausärzte tätig werden können, müssen sie zunächst den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. „Im Studium und in der Facharztausbildung lernen Mediziner alles über den menschlichen Körper. Betriebswirtschaftliches Know-how, das für die Führung einer Praxis essentiell ist, bleibt jedoch außen vor“, erklärt Julia.

Bright Medicus als Service-Dienstleister

Genau hier setzt Bright Medicus an. Das Startup übernimmt als Service-Dienstleister sämtliche organisatorischen und administrativen Aufgaben: Von Prozessoptimierung über Einkauf und Lagermanagement bis hin zu Marketing, Unterstützung bei Kodierung sowie Abrechnung und der Auswahl sowie Zusammenstellung digitaler KI-Tools. „Wir kümmern uns um alles, was nichts mit der eigentlichen medizinischen Tätigkeit zu tun hat“, sagt Julia.

Dieses Modell mit dem Namen Bright Medicus Consult bietet Bright Medicus für bestehende Hausarztpraxen an. Erweitert wird dieses Angebot durch den noch spannenderen Case, dass Bright Medicus an einzelnen Standorten zeitnah eine komplette Praxisinfrastruktur inklusive Räumen, Ausstattung und eigenem Personal erschaffen wird. „Mit unserem Full-Service Modell können sich Ärztinnen und Ärzte bei uns einmieten und finden alles vor, was sie für eine eigene Praxis erst aufbauen müssten“, erklärt Julia. Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wie Geräten, Empfang, Reinigung und Räumlichkeiten entstehen deutliche Kostenvorteile. “Vergleichbar mit einem Shared-Office-Modell, wie hier im Pioneers Club”, freuen sich die beiden neuen Pioneers Club Mitglieder.

Erstes Praxismodell als Proof of Concept in Bielefeld

Der erste Standort ist bereits in Planung: Noch Mitte des Jahres soll in der Bielefelder Altstadt das erste Praxis-Modell als “Proof of Concept” starten. Zunächst mit sieben Ärztinnen und Ärzten. Weitere Standorte in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Paderborn und im Ruhrgebiet sind angedacht. Der Fokus liegt dabei bewusst auf den Flächenregionen mit besonders hohem Bedarf an Hausärzten.

Bis zur Eröffnung gibt es noch einiges zu tun. Aktuell beschäftigen sich die Gründer:innen intensiv mit baulichen und strukturellen Themen. „Im medizinischen Bereich sind die Anforderungen extrem hoch. Ein ‚Trial and Error‘, wie man es aus der Startup-Welt kennt, ist hier schlicht nicht möglich“, betont Julia, die auf rund 15 Jahre Erfahrung im Senior Management, in der Startup-Beratung und im Venture Building zurückblickt und lange ein fester Teil des Teams der Founders Foundation war.

Mitgliedschaft im Pioneers Club & eigenes Stammtisch-Format

Seit dem 01. März 2026 ist Bright Medicus Teil des Pioneers Club, ein Umfeld, das den beiden nicht nur Raum für fokussiertes Arbeiten bietet, sondern auch Zugang zu einem starken Netzwerk. „Nach einigen Jahren in Hamburg war für mich klar, dass ich in meiner Heimat wieder an einem Ort arbeiten möchte, der Teil eines lebendigen Ökosystems ist“, sagt Julia.

Auch wenn sie im Pioneers Club nur selten auf Medizinerinnen und Mediziner treffen, schätzen sie den Austausch mit innovativen Köpfen aus anderen Branchen. Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz sehen sie großes Potenzial für den Gesundheitssektor.

Ihr medizinisches Netzwerk ist bereits gut ausgebaut: Neben einer engen Kommunikation mit der medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld, dem ZIG und dem ev. Klinikum Bethel haben sie unter anderem den JADE-Stammtisch für junge Allgemeinmediziner in Bielefeld wieder ins Leben gerufen. Dieser findet am Mittwoch, 27. Mai 2026 von 16.00 – 18.30 Uhr in den Räumen des Pioneers Club statt. Interessierte Ärztinnen & Ärzte (bis zum 5. Berufsjahr) sowie Medizin-Studierende können sich unter dem folgenden Link informieren und können sich hier informieren sowie anmelden…

Vielleicht kommen so zukünftig noch mehr Medizinerinnen und Mediziner in den Pioneers Club. Die Räumlichkeiten für ein Stammtisch-Format gibt es hier allemal. Was jedoch für Bright Medicus noch wichtiger wäre und was wir ihnen von Herzen wünschen, ist, dass sie diese und viele weitere Mediziner:innen für ihre Mission begeistern. Denn es braucht wieder mehr Ärztinnen und Ärzte, die den vollen Fokus auf die hausärztliche Versorgung legen können, um das Gesundheitssystem in Deutschland langfristig zu stärken.

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