Ja, Corona hat unsere Welt ordentlich durcheinandergerüttelt. Vieles ist nicht mehr so, wie es einmal war, denn auch die Arbeitswelt hat sich komplett verändert: Home Office, Zoom-Konferenzen, Hybride Arbeitswelten, Unternehmenskultur im digitalen Raum und so weiter. Eines ist klar: Auch ohne Corona wird nicht irgendwo der Resetknopf gedrückt und alles ist so, wie es früher war.

“Die Zukunft der Arbeitswelt ist hybrid!” – lautet nicht unsere These, sondern dies ist der Name einer umfangreichen Studie von WeWork und dem unabhängigen Forschungsinstitut Workplace Intelligence. 1.000 Personen in Führungspositionen und 1.000 nicht leitende Angestellte, die in Vollzeit arbeiten und in den USA leben, wurden im Februar 2021 zur Zukunft der Arbeitswelt befragt.

Von zuhause arbeiten, das haben viele Arbeitnehmer:innen erstmalig in Zeiten der Pandemie kennengelernt, als sie gezwungenermaßen im Home Office arbeiten mussten bzw. durften. Denn viele Menschen haben in dieser Zeit die Vorzüge schätzen gelernt, die es mit sich bringt, wenn man nicht mehr jeden Tag im Büro ist: Mehr Zeit für die Familie, keine langen Arbeitswege und somit weniger Belastung für die Umwelt und so weiter.

Aber: Die Menschen wünschen sich dringend einen Arbeitsplatz außerhalb ihres Zuhauses, damit sie mit anderen Menschen in Kontakt kommen und nicht so leicht abgelenkt werden. Das schreit förmlich nach einem Hybridmodell. 

In der Studie geben mehr als die Hälfte (53%) der befragten Personen an, dass sie nach Corona maximal an drei Tagen in der Woche im Büro arbeiten möchten. Wie wichtig den Arbeitnehmer:innen eine freie Gestaltung des eigenen Arbeitsumfeldes ist, zeigt auch, dass 75% der Befragten auf einen Vorteil am Arbeitsplatz verzichten würden, wenn sie dafür ihre Arbeitsumgebung frei auswählen dürfen. Jeweils 25% der Personen geben an, dass sie auf Zusatzleistungen verzichten würden.
Wie wichtig es für Arbeitnehmer:innen ist, dass sie nicht nur von zuhause arbeiten, zeigt auch die Zahl, dass 64% von ihnen bereit wären, für den Zugang zu einem Büroraum selbst zu zahlen. Ein Büroraum hat aus ihrer Sicht die Vorteile, dass sie sich besser auf die Arbeit konzentrieren können, besser im Team arbeiten können und sich mit anderen Menschen treffen können. Diese Vorteile bietet auch das Arbeiten in einem Coworking-Space. Im Pioneers Club gibt es Ruhezonen, in denen die Member fokussiert arbeiten können und eigene Skype-Räume und Telefonboxen sorgen dafür, dass ungestört Telearbeiten durchgeführt werden können. Und wo sollte man andere Leute besser treffen können, mit denen man sich austauschen kann als in einem Coworking-Space? 

Flexibles Arbeiten ist für Arbeitnehmer:innen also ein großes Thema. Doch sind auch die Arbeitgeber bereit ihre Mitarbeitenden bei diesem Thema zu unterstützen? Laut Studie: ja. Mehr als ein Drittel der befragten Führungskräfte hat ihren Mitarbeiter:innen bereits einen Zuschuss gezahlt, damit sie in einem Coworking-Space arbeiten können oder einen flexiblen Arbeitsplatz ihrer Wahl nutzen können (39%). Und auch in Zukunft möchten Führungskräfte ihre Mitarbeiter:innen unterstützen. Mehr als drei Viertel (76%) der Führungskräfte geben an, dass sie ihren Mitarbeiter:innen wahrscheinlich einen Zuschuss gewähren, damit sie von zu Hause oder in einem Coworking-Space arbeiten können. 

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

  • 53% der befragten Personen möchten nach Corona maximal an drei Tagen in der Woche im Büro arbeiten.
  • 75% der Befragten würden auf einen Vorteil oder eine Annehmlichkeit am Arbeitsplatz verzichten, wenn sie dafür ihre Arbeitsumgebung frei auswählen dürfen.
  • 64% der Arbeitnehmer:innen wären bereit, die Kosten für den Zugang zu einem Büroraum eigenständig zu zahlen.
  • 39% der befragten Führungskräfte haben ihren Mitarbeiter:innen bereits einen Zuschuss gezahlt, damit sie in einem Coworking-Space arbeiten können oder einen flexiblen Arbeitsplatz ihrer Wahl nutzen können.
  • 79% der deutschen Unternehmen wollen nach Covid-19 nicht zur traditionellen Büroarbeit zurückkehren.
  • Engagierte und zufriedene Mitarbeitende wollen nach COVID-19 doppelt so viel Zeit an Orten verbringen, bei denen es sich nicht um das Unternehmensbüro oder das eigene Zuhause handelt, wie ihre Kollegen, die weniger zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz sind.

Dass nach Covid nicht wieder alle Mitarbeitenden in die Büros stürmen werden, ist auch den Entscheider:innen in deutschen Unternehmen bewusst. 79 Prozent wollen nicht zur traditionellen Büroarbeit zurückkehren, die meisten wollen einen Büro-Remote-Mix anbieten. Das ist das Ergebnis der Studie „Work Transformation in Deutschland 2021“ von IDC, bei der IT-Entscheider:innen, HR- und andere Fachbereichsentscheider:innen aus 250 deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden branchenübergreifend befragt wurden. Und auch die großen DAX-Unternehmen sind sich einig, dass die Zukunft hybrid wird:

“Es gibt kein Zurück in die alte Welt. Die Zukunft unserer Arbeit ist hybrid. Wir wollen die Vorzüge des Büros und die des mobilen Arbeitens bestmöglich miteinander verbinden. Auch erwarten wir, dass wir weniger reisen und im Sinne des neuen Arbeitens noch agiler zusammenarbeiten“, lautet die Antwort der Deutsche Telekom auf die Frage, wie sie sich die zukünftige Arbeitswelt vorstellen.

Und an alle Arbeitgeber:innen, die immer noch Angst haben, ihre Schäfchen frei laufen zu lassen, weil sie dann angeblich keine Kontrolle mehr über deren Arbeit haben: Die Studie von WeWork und Work Intelligence zeigt ebenso, dass sehr zufriedene und engagierte Arbeitnehmer:innen, die angeben, dass sie ihren Arbeitgeber weiterempfehlen würden, schon vor und während der Pandemie ihre Zeit anders aufgeteilt haben, als Personen die mit ihrem Arbeitsplatz unzufrieden sind. Zufriedene Mitarbeitende haben 50 Prozent mehr Zeit in Coworking-Spaces oder öffentlichen “Dritträumen” verbracht und ca. ein Drittel weniger Zeit in der Unternehmenszentrale als Mitarbeiter:innen, die weniger engagiert sind.

Auch eine Umfrage unter Pioneers-Mitgliedern zeigt, dass der Trend zu Hybidarbeit geht.

Ja. Alles deutet darauf hin, dass sich die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird. Und das ist gut so. Gut für Arbeitnehmer:innen und gut für Arbeitgeber:innen.

Quellen:

Studie: Die Zukunft der Arbeitswelt ist hybrid
Tagesschau.de
Die Arbeit der Zukunft. Das Office wird hybrid